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Veröffentlicht am 2. Juli 2013

„Nicht alle Tassen im Schrank? NA UND!?“ Trialogische Gesprächsrunde der Selbsthilfekontaktstelle Harz am 24.6.2013

Zur Gesprächsrunde in den Räumen der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. fanden sich Psychiatrieerfahrene aus der Selbsthilfe, Angehörige, PolitikerInnen, Mitarbeiter der Verwaltung und den Wohlfahrtsverbänden zusammen. Angelockt hatte sie die Einladung der Selbsthilfekontaktstelle Harz und die einprägsamen blauen Karten mit den bunten Tassen der Landeskampagne des PARITÄTISCHEN zur Gleichstellung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Die Karte mit den farbigen Tassen hatte alle neugierig gemacht, jedoch mit ihrer Aussage niemanden verletzt. Der Landtagsabgeordnete Herr Miesterfeld meinte, dass er bei Einladungen immer zuerst nach dem Termin schaue, aber hier sei er bei der Ansicht mit den Tassen hängen geblieben. „Irgendwo haben wir doch alle „Nicht alle Tassen im Schrank“ und wenn doch, dann stehen sie vielleicht etwas unordentlich“, meinte der Politiker.

Die Anwesenden kamen gut miteinander ins Gespräch und ein Mitglied der SHG „Psychisch Kranke“ aus Halberstadt sprach darüber, wie er trotz psychischer Erkrankung den Weg in die Gesellschaft zurück gefunden hat. Er übernahm eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Diakonie und leitet heute eine Selbsthilfegruppe, die ihm bei Überforderung Halt in gibt.

Selbsthilfe wird als wertvoll für Betroffene eingeschätzt, z.B. die Möglichkeiten des Austausches, die gemeinsamen Erlebnisse und die Unterstützung auf dem Weg aus der Isolation.
Eine Mitarbeiterin der Betreuungsbehörde des LK Harz kritisierte das oftmals zu schnelle Eingreifen der Behörde bei Betroffenen in psychischen Krisen und sie klagte über fehlende Informationen zu Unterstützungsangeboten für Betroffene.

Diskutiert wurde auch, warum es bisher im Landkreis Harz noch so wenig Angehörigengruppen gibt?
Die Mutter eines psychisch Erkrankten sprach über ihr persönliches Schicksal mit ihrem an Schizophrenie erkrankten Sohn. Sie war lange mit ihren Problemen allein und wünschte sich, dass der Staat eher eingreift, um dem Sohn zu helfen und die Familie zu entlasten. Braucht es Gesetzesänderung, um eher Hilfe zu bekommen?
Auf jeden Fall brauchen sowohl der Erkrankte als auch das belastete Familiensystem Unterstützung, um mit der Krankheit des Angehörigen klar zu kommen und Hilfe zu holen. Dabei kann Selbsthilfe ein wesentlicher Baustein sein.

Die Anwesenden lobten die Initiative zu diesen trialogischen Gesprächsrunden, die der PARITÄTISCHE mit der landesweiten Kampagne in Magdeburg und Halberstadt ins Leben gerufen hat. Sie führen zu einem echten Austausch zwischen Menschen mit Psychiatrieerfahrungen, Angehörigen und professionell Tätigen bzw. PolitikerInnen und sie tragen zum Abbau von Vorurteilen bei.

Christine Gruber und Melanie Nehring
Selbsthilfekontaktstelle Harz bzw. Der Weg e.V.

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Selbsthilfekontaktstelle Harz

Der Paritätische
Selbsthilfekontaktstelle Harz
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