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„Verrückt? Na und!“ erstmalig in Lutherstadt Eisleben

Am 29. November 2011 führte die Selbsthilfekontaktstelle Mansfeld-Südharz in Zusammenarbeit mit dem Trägerwerk Soziale Dienste Halle e. V. „Seelensteine“ das Schulprojekt „Verrückt?  Na und!“ in einer 9. Klasse der „Katharinenschule“ Lutherstadt Eisleben durch.

Dabei waren zwei ModeratorInnen, die unterstützt von  zwei Experten durch den Tag führten und zur psychischen Gesundheit aufklärten. Diese Experten sind Betroffene, die psychische Krankheit am eigenen Leib erfahren haben.

Expertin Tina erzählte, wie das Borderline-Syndrom bei ihr als kleines Mädchen anfing, wie  schlecht sie sich fühlte, weil sie dachte, dass sie verantwortlich für alles Schlechte sei. Sie bestrafte sich selbst mit Schmerzen und ihr konnte erst nach vielen Jahren geholfen werden.

Expertin Tina erzählte, wie das Borderline-Syndrom bei ihr als kleines Mädchen anfing, wie  schlecht sie sich fühlte, weil sie dachte, dass sie verantwortlich für alles Schlechte sei. Sie bestrafte sich selbst mit Schmerzen und ihr konnte erst nach vielen Jahren geholfen werden.

Expertin Christa berichtete von ihren Kinderbett-Depressionen, von den kleinen durchsichtigen Wesen und den Stimmen, die ihr irgendwelche Befehle gaben. Sie erzählte auch von dem Zusammenhalt der Familie, so dass sie die Krankheit, sicher auch durch die lebenslange Einnahme von Medikamenten, im Griff hat. „Nicht jeder Tag ist gleich. Heute“, so Christa „ist ein guter Tag, denn das positive Feedback der Schüler baut mich auf.“

Die meisten Jugendlichen haben durch das Projekt das erste Mal Kontakt mit psychisch erkrankten Menschen und waren erstaunt, wie „normal“ die Betroffenen von ihrer Krankheit erzählten und dass man psychische Erkrankung keinem ansieht. Ungewohnt offen haben SchülerInnen von eigenen schlimmen Erlebnissen, wie Suizid des Bruders, Tod des Vaters, Drogenmissbrauch des besten Freundes, den eigenen Ängsten und Problemen berichtet.

Das Besondere am Schulprojekt ist, dass beide Seiten profitieren. Die ExpertInnen verarbeiten ihre Krankheit, indem sie sich mit ihr auseinandersetzen und den SchülerInnen nutzt das Projekt, indem sie für psychische Auffälligkeiten sensibilisiert werden. Die jungen Menschen erhielten Anregungen, wo in der Region Eisleben niedrigschwellige oder professionelle Hilfe zu bekommen ist.

Die Mitarbeiterin der Selbsthilfekontaktstelle sprach über den Wert von Selbsthilfe für junge Menschen und bot ihre Unterstützung beim Finden oder Gründen einer Gruppe an.