
von l.n.r.: Frau Keddy, SHG "Leben mit Krebs" Herr Dr.Haase Bürgermeister der Stadt Halberstadt, Frau Hupe AOK Halberstadt und Frau Haberland Leiterin der Regionalstelle Mitte
Zu einem Rundtischgespräch hatte die PARITÄTISCHE Regionalstelle Mitte und die Selbsthilfekontaktstelle „Harzkreis“ am 28.September 2009 Vertreter der örtlichen Selbsthilfe, Expertinnen aus dem Gesundheitsbereich, den sozialen Diensten, den Krankenkassen, der Kommunen und des Landkreises sowie der Politik eingeladen.
Man ist miteinander ins Gespräch gekommen und der Frage nachgegangen; „Wie selbsthilfefreundlich ist unser Landkreis?“
Mit dieser Gesprächsrunde wollte der PARITÄTISCHE vor Ort die Bedeutung der Selbsthilfe für das Gemeinwesen zeigen und die Rolle der Selbsthilfekontaktstelle als Motor und Impulsgeber zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements deutlich machen.
Gemeinsam sollte herausgefunden werden, welchen Stellenwert und welche Zukunft die Selbsthilfe in unserem Landkreis hat und wie Kooperation zum Wohle der BürgerInnen gelingen kann.
Anhand einer Fotodokomentation und einer kleinen Ausstellung, konnte die Kontaktstelle die aktive ehrenamtliche Arbeit in den Selbsthilfegruppen anschaulich darstellen.
Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung und die gesundheitlichen Trends der nächsten Jahre, werden Selbsthilfezusammenschlüsse im Gesundheitswesen und auch im sozialen Bereich eine immer stärkere Rolle spielen, betonte Frau Gruber.
Hier ist es wichtig Partner zu finden, die gemeinsam daran arbeiten Betroffenen und Angehörigen den Weg in die Selbsthilfe zu erleichtern.
Vertreter der Selbsthilfegruppen schilderten, welche Bedeutung die Selbsthilfe für sie ganz persönlich hat und zeigten anhand von positiven Beispielen, welche Partner
und Unterstützer sie im Landkreis Harz gefunden haben.
Lange Zeit herrschte eine Art Konkurrenz zwischen Ärzten und der Selbsthilfe, dass dieses bei uns im Landkreis schon lange nicht mehr so ist, berichtete uns Frau Krull
von der Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs, die eng mit dem Harz Klinikum in Wernigerode zusammenarbeitet.
Herr Winkelmann von der Rheuma Selbsthilfegruppe Quedlinburg zeigte uns am Beispiel wie Kooperation zwischen Klinik und Selbsthilfegruppe funktionieren kann. Regelmäßig besuchen Gruppenmitglieder die Teufelsbad Klinik Blankenburg um dort die PatientenInnen in Sachen Selbsthilfe zu beraten. Und auch die Paracelsus Klinik in Bad-Suderode legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe zum Wohle ihrer Patienten. Hier wurden zwischen Frau Vogel vom Sozialen Dienst der Klinik und der Selbsthilfekontaktstelle gleich an diesen Tag Vereinbarungen zur Zusammenarbeit getroffen.
Dr.Eckert, Die LINKE, MdL, bestätigte, dass die Selbsthilfekontaktstellen wsentliche Koordinierungsstellen für die Selbsthilfe sind. Um chronisch kranke Menschen qualitativ gut und verlässlich beraten zu können, braucht es eine personelle Kontinuität. Das erfordert eine gesicherte Finanzierung durch Krankenkassen, Land Sachsen-Anhalt und Kommunen.
Frau Paul, die Amtsleiterin vom Gesundheits-und Sozialamt Wernigerode erläuterte, dass die Stadt Wernigerode in der Steingrube ein Begegnungszentrum vorhält, wo Menschen aus Selbsthilfegruppen, Vereinen und sozialen Initiativen zusammenkommen und Kontakte pflegen können.
Frau Dr. Güttler von der kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt bot den Selbsthilfegruppen und auch der Kontaktstelle an, Berichte über die Selbsthilfearbeit
in der Zeitschrift „PRO“ zu veröffentlichen, um den Zugang zu Betroffenen aber auch
die Aufklärung für Ärzte und anderes medizinischen Personal voranzubringen.
Um BürgerInnen den Zugang zur Selbsthilfe zu erleichtern, boten Frau Kreutzer, Sozialamtsleiterin des Landkreises, und Herr Dr. Haase, Bürgermeister der Stadt Halberstadt, an, auf den Internetseiten beider Institutionen einen Link zur Selbsthilfe einzurichten und die Hompage des Landkreises bzw. der Stadt mit dem PARITÄTISCHEN zu verlinken.
Frau Gruber von der PARITÄTISCHEN Selbsthilfekontaktstelle bemängelte, dass das Ehrenamt in der Selbsthilfe im Landkreis Harz nicht genug gewürdigt wird.
Sie schlug vor, dass zum Internationalen Tag des Ehrenamtes ehrenamtlich engagierte Menschen aus der Selbsthilfe ausgezeichnet werden.
Frau Haberland, die Leiterin der PARITÄTISCHEN Regionalstelle Mitte, fasste abschließend zusammen, dass die Veranstaltung neue Möglichkeiten der Vernetzung und Kooperation erbracht hat, die nun zu realisieren sind.
Mit Unterstützung der Selbsthilfekontaktstelle „Harzkreis“ soll es uns gelingen gute Rahmenbedingungen für ein selbsthilfefreundliches Klima im Landkreis zu schaffen.