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Vertreter der Selbsthilfegruppen mit regem Interesse an KVSA und Gesundheitspolitik

30 Vertreter aus 26 Selbsthilfegruppen des Burgenlandkreises waren auf Einladung der Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle Burgenlandkreis des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt, Monika Küßner am 18. August 2009 zum Gesamttreffen nach Weißenfels gekommen. Auf dem Programm standen das Kennenlernen von Struktur und Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) und die zu erwartenden Auswirkungen des Gesundheitsfonds auf die Versorgung chronisch Kranker. Als Referentin hatte Küßner die Assistentin von Vorstand und Hauptgeschäftsführung der KVSA, Dr. Heidrun Güttler, eingeladen.

Güttler erörterte die drei Hauptaufgaben der KVSA – die Sicherstellung der vertragsärztlichen und –psychotherapeutischen Versorgung, die Gewährleistung der Qualität ärztlicher Leistungen und der ordnungsgemäßen Abrechnung gegenüber den Krankenkassen und die Interessenvertretung der Ärzte und Psychotherapeuten sowie die sich daraus ergebenden Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der Ärzte und Psychotherapeuten.

Sie erläuterte anhand der sogenannten Bedarfsplanung – sie legt fest, wie viel Ärzte und wie viel Psychotherapeuten sich in den einzelnen Regionen des Landes niederlassen können – welche Probleme sich aus der altersmäßigen Zusammensetzung der Bevölkerung sowie der Ärzte ergeben. Nicht für alle Arztpraxen gibt es Nachfolger, aber die alternde Bevölkerung braucht mehr ärztliche Versorgung. Die KVSA, so Güttler, entwickelt deshalb Modelle, um den zu erwartenden Schwierigkeiten in der ambulanten medizinischen Betreuung begegnen zu können. In solche Modelle sind Landkreise und Kommunen schon jetzt aktiv einbezogen. Mit einem umfangreichen Paket an Maßnahmen fördere die KVSA den ärztlichen Nachwuchs und die Weiterbildung junger Absolventen im Bereich Allgemeinmedizin und motiviere diese, in Sachsen-Anhalt zu bleiben bzw. nach Sachsen-Anhalt zu kommen.

Die Vertreter der Selbsthilfegruppen interessierte besonders, welche Auswirkungen der Gesundheitsfonds auf die Versorgung chronisch Kranker haben wird. So erläuterte Güttler die Elemente der Gesundheitsreform, von denen der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (RSA) eines der wichtigsten ist. Danach erhalten Kassen für Versicherte, die zu Risikogruppen gehören, mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds. Die hierzu erforderlichen komplizierten Berechnungen und die Definition, welche Krankheiten im morbiditätsorientierten RSA berücksichtigt werden sollen, sind noch nicht abgeschlossen. Die Orientierung auf diese Morbidität kommt der Situation in Sachsen-Anhalt mit mehr Älteren und Kranken entgegen. Positiv bewertete Güttler die verbesserte Vergütung der Vertragsärzte und -psychotherapeuten in den neuen Bundesländern seit dem 1. Januar 2009. Eine vollständige Angleichung an das Niveau der alten Bundesländer stehe jedoch immer noch aus. Wichtig sei, dass Ärzte nicht länger das Morbiditätsrisiko ihrer Patienten tragen müssen, sondern dieses auf die Krankenkassen übergehe. Für chronisch Kranke seien dies positive Signale.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Information und Beratung durch die Kassenärztliche Vereinigung auch für die Patienten – vom telefonischen Kontakt über die Beteiligung an Veranstaltungen bis hin zu Informationen im Internet – waren den Teilnehmern so nicht bekannt und fanden reges Interesse. Nach ihrem Vortrag mit Diskussion beantwortete die Vertreterin der KVSA weiter zahlreiche persönliche Fragen der Anwesenden. Die Beteiligten waren sich einig: Das Treffen hat nicht nur für ihre Information gesorgt, sondern auch das gegenseitige Verstehen unterstützt.