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Durch Selbsthilfe im Alter aktiv bleiben - Rundtischgespräch fand in Aschersleben statt

Die Paritätische Regionalstelle Mitte lud zum 17.08.2009 zu einem Rundtischgespräch in die Selbsthilfekontaktstelle Salzlandkreis in Aschersleben ein und viele Interessierte kamen. Neben VertreterInnen aus Selbsthilfegruppen brachten sich Landtags- und Kreistagsabgeordnete, VertreterInnen der Kreis- und Stadtverwaltung, der AOK Land Sachsen-Anhalt, der Rehabilitationsklinik Schönebeck-Salzelmen und der Sozialstation des Paritätischen in Egeln in die Diskussion ein. Anlass war die Eröffnung der Ausstellung „Fassetten des Lebens“ von der Fotografin Susanne Seidel. Sie fotografierte  ältere Menschen, die in Heimen bzw. betreutem Wohnen leben und zeigte sie voller Lebensmut in ungewohnten Situationen.


Die TeilnehmerInnen begrüßten die Initiative zu diesem Rundtischgespräch. Sie erhielten viele Informationen über Selbsthilfe, Selbsthilfegruppen und die Arbeit der Selbsthilfekontaktstelle. Frau Hofmeister, Leiterin der Paritätischen Sozialstation Egeln berichtete, dass sich eine Selbsthilfegruppe für Senioren im Bereich der Sozialstation gegründet hat, die mit den HeimbewohnerInnen gemeinsam für eine aktive Freizeitgestaltung sorgen.

 

VertreterInnen von Selbsthilfegruppen sprachen darüber, wie der Austausch mit Menschen, die ähnliche Probleme haben, bei der Bewältigung ihrer chronisch Krankheit oder ihrer sozialen Problemlage hilft. Frau O. berichtet, dass sie mitunter die Schlaftablette sparen kann, weil die Gruppe ihr Mut gibt, um das Leben auch mit Schmerzen zu meistern. Frau Graßhoff, AOK Sachsen-Anhalt, bestätigte die wichtige Rolle der Selbsthilfe für die Gesellschaft, denn je stabiler eine Gruppe, umso mehr wirkt die gegenseitige Unterstützung für den einzelnen Menschen. Letztlich werden dadurch Folgekosten für die Krankenkasse und die Gesellschaft gespart. Herr Schmidt, Sozialpädagoge der psychiatrischen Tagesklinik Staßfurt, berichtete davon, dass seit dem Bestehen von Selbsthilfegruppen in der Tagesklinik die Anzahl der Arztkonsultationen zurückgegangen ist.


GruppensprecherInnen bedankten sich für die fachliche Unterstützung bei der Selbsthilfekontaktstelle und die zuverlässige Betreuung durch Renate Enkelmann. Hier zahlt sich die fachliche und personelle Kontinuität aus, die durch eine Landesförderung seit 2007 ermöglicht wird. Eine andere Gruppensprecherin mahnte das komplizierte Verfahren an, das sie bewältigen muss, um Gelder für die Unterstützung der Gruppenarbeit bei den Krankenkassen zu beantragen. Dies wurde von Gerrit Schröder, AOK Sachsen-Anhalt, bestätigt. Eine Entbürokratisierung sei dringend notwendig. Trotz der Bemühungen des Gesetzgebers zur Vereinfachung des Verfahrens, ist für die Gruppen weder Transparenz noch Erleichterung eingetreten. Der Paritätische ist aufgefordert, sich mit den Krankenkassen und der Politik zu verständigen.


Dr. med. Anger, Rehabilitationsklinik Schönebeck-Salzelmen, zeigte sich interessiert an der Arbeit der Selbsthilfekontaktstelle und nahm das Angebot zur Kooperation sehr gern an. Er betonte, wie wichtig es ist, dass PatientInnen in der Zeit ihres Reha-Aufenthaltes erfahren, was Selbsthilfe ist und wo sie eine Selbsthilfekontaktstelle bzw. –gruppe zu ihrem Krankheitsbild finden können. Mitglieder von Selbsthilfegruppen sind aufgeklärte PatientInnen, die sich mit ihrem Krankheitsbild aktiv auseinandersetzen und sich gegenseitig bei der Bewältigung ihres Lebens mit einer chronischen Krankheit unterstützen.


Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Frau Müller, regte an, dass sie gemeinsam mit der Selbsthilfekontaktstelle die Übersicht der Selbsthilfegruppen auf der Homepage des Salzlandkreises aktualisieren wird. Damit soll BürgerInnen neben Flyern und Broschüren eine verlässliche Informationsquelle geboten werden. Zukünftig wird die Selbsthilfekontaktstelle in Kooperation mit dem Landkreis neben ihrem Hauptsitz in Aschersleben auch Außensprechstunden in Bernburg, Schönebeck und Löbnitz anbieten. So soll das Angebot für betroffene und an Selbsthilfe interessierte Bürger besser erreichbar werden.


Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Selbsthilfe lebt, dass das hier gezeigte ehrenamtliche Engagement einen hohen Nutzen für die Gesellschaft bringt und Hemmnisse und Bürokratie abgebaut werden müssen. Für die zukünftige Kooperation wurden Gespräche vereinbart.


Für Rückfragen:

Gabriele Haberland
Leiterin Regionalstelle Mitte
Tel.: 0 34 73 / 9 29 80
Fax.: 0 34 73 / 9 29 824
email: ghaberland@mdlv.paritaet.org