Die
TeilnehmerInnen begrüßten die Initiative zu diesem Rundtischgespräch.
Sie erhielten viele Informationen über Selbsthilfe, Selbsthilfegruppen
und die Arbeit der Selbsthilfekontaktstelle. Frau Hofmeister, Leiterin
der Paritätischen Sozialstation Egeln berichtete, dass sich eine
Selbsthilfegruppe für Senioren im Bereich der Sozialstation gegründet
hat, die mit den HeimbewohnerInnen gemeinsam für eine aktive
Freizeitgestaltung sorgen.
VertreterInnen von Selbsthilfegruppen sprachen darüber, wie der Austausch mit Menschen, die ähnliche Probleme haben, bei der Bewältigung ihrer chronisch Krankheit oder ihrer sozialen Problemlage hilft. Frau O. berichtet, dass sie mitunter die Schlaftablette sparen kann, weil die Gruppe ihr Mut gibt, um das Leben auch mit Schmerzen zu meistern. Frau Graßhoff, AOK Sachsen-Anhalt, bestätigte die wichtige Rolle der Selbsthilfe für die Gesellschaft, denn je stabiler eine Gruppe, umso mehr wirkt die gegenseitige Unterstützung für den einzelnen Menschen. Letztlich werden dadurch Folgekosten für die Krankenkasse und die Gesellschaft gespart. Herr Schmidt, Sozialpädagoge der psychiatrischen Tagesklinik Staßfurt, berichtete davon, dass seit dem Bestehen von Selbsthilfegruppen in der Tagesklinik die Anzahl der Arztkonsultationen zurückgegangen ist.
GruppensprecherInnen
bedankten sich für die fachliche Unterstützung bei der
Selbsthilfekontaktstelle und die zuverlässige Betreuung durch Renate
Enkelmann. Hier zahlt sich die fachliche und personelle Kontinuität
aus, die durch eine Landesförderung seit 2007 ermöglicht wird. Eine
andere Gruppensprecherin mahnte das komplizierte Verfahren an, das sie
bewältigen muss, um Gelder für die Unterstützung der Gruppenarbeit bei
den Krankenkassen zu beantragen. Dies wurde von Gerrit Schröder, AOK
Sachsen-Anhalt, bestätigt. Eine Entbürokratisierung sei dringend
notwendig. Trotz der Bemühungen des Gesetzgebers zur Vereinfachung des
Verfahrens, ist für die Gruppen weder Transparenz noch Erleichterung
eingetreten. Der Paritätische ist aufgefordert, sich mit den
Krankenkassen und der Politik zu verständigen.
Dr.
med. Anger, Rehabilitationsklinik Schönebeck-Salzelmen, zeigte sich
interessiert an der Arbeit der Selbsthilfekontaktstelle und nahm das
Angebot zur Kooperation sehr gern an. Er betonte, wie wichtig es ist,
dass PatientInnen in der Zeit ihres Reha-Aufenthaltes erfahren, was
Selbsthilfe ist und wo sie eine Selbsthilfekontaktstelle bzw. –gruppe
zu ihrem Krankheitsbild finden können. Mitglieder von
Selbsthilfegruppen sind aufgeklärte PatientInnen, die sich mit ihrem
Krankheitsbild aktiv auseinandersetzen und sich gegenseitig bei der
Bewältigung ihres Lebens mit einer chronischen Krankheit unterstützen.
Die
Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Frau Müller, regte an, dass
sie gemeinsam mit der Selbsthilfekontaktstelle die Übersicht der
Selbsthilfegruppen auf der Homepage des Salzlandkreises aktualisieren
wird. Damit soll BürgerInnen neben Flyern und Broschüren eine
verlässliche Informationsquelle geboten werden. Zukünftig wird die
Selbsthilfekontaktstelle in Kooperation mit dem Landkreis neben ihrem
Hauptsitz in Aschersleben auch Außensprechstunden in Bernburg,
Schönebeck und Löbnitz anbieten. So soll das Angebot für betroffene und
an Selbsthilfe interessierte Bürger besser erreichbar werden.
Alle
Beteiligten waren sich einig, dass die Selbsthilfe lebt, dass das hier
gezeigte ehrenamtliche Engagement einen hohen Nutzen für die
Gesellschaft bringt und Hemmnisse und Bürokratie abgebaut werden
müssen. Für die zukünftige Kooperation wurden Gespräche vereinbart.
Für Rückfragen:
Gabriele Haberland
Leiterin Regionalstelle Mitte
Tel.: 0 34 73 / 9 29 80
Fax.: 0 34 73 / 9 29 824
email: ghaberland@mdlv.paritaet.org